25.01.2021

Digitalteam westfälische Museen: Ein Verbundprojekt von LWL-Medienzentrum und LWL-Museumsamt

Das "Digitalteam westfälische Museen" im Beratungsgespräch. (v.l.: Roman Kurth (MKK Dortmund, Museumspädagoge), Dr. Ulrike Gärtner (MKK Dortmund, Wissenschaftliche Mitarbeiterin/Provenienzforschung), Dr. Jens Stöcker (MKK Dortmund, Museumsdirektor), Alexander Muszeika (LWL-Museumsamt, Projektleitung "Digitalteam"), Laura-Marie Iven (LWL-Medienzentrum, Referentin für digitale Medienproduktion) – Frank Springer © LWL

Mit dem 2020 gestarteten Verbundprojekt „Digitalteam westfälische Museen“ bringt der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) ein neues Beratungsangebot für Museen, Gedenkstätten und kleine ortsgeschichtliche Museen sowie Sammlungen auf den Weg. Das Team unterstützt diese Kultureinrichtungen bei der digitalen Transformation in den Bereichen Kommunikation und Vermittlung. Die Grundlage der Arbeit bildet eine Analyse der westfälischen Museumslandschaft, aus der eine gezielte, praxisorientierte Beratung einzelner Häuser hervorgeht. Auf diese Weise können die unterschiedlichen Bedürfnisse der Einrichtungen optimal berücksichtigt und individuelle Lösungen entwickelt werden. Um die Nachhaltigkeit der angestoßenen Maßnahmen zu gewährleisten, steht neben der Realisierung von Pilotprojekten mit ausgewählten Häusern vor allem die flächendeckende digitale Handlungsfähigkeit im Fokus des Verbundprojektes. Daher werden die Schärfung der Wahrnehmung von Museen und Gedenkstätten im Netz sowie der Aufbau von Kompetenzen und der Ausbau der Urteilsfähigkeit im digitalen Sektor eine zentrale Rolle während der fünfjährigen Projektlaufzeit einnehmen. Auf diese Weise sollen die Einrichtungen zu einer eigenständigen Weiterentwicklung ihrer digitalen Perspektiven befähigt und Digitalisierung in den Häusern als feste Konstante etabliert und verstetigt werden. Dass die Digitalisierung große Potenziale besonders für die Kulturvermittlung birgt, wurde in den letzten Jahren hinlänglich gezeigt. So lassen sich mit Hilfe digitaler Werkzeuge nicht nur passgenaue Formate für verschiedenste Zielgruppen entwickeln, sondern auch Partizipation und Inklusion befördern. Der wohl entscheidendste Vorteil für Situationen, wie wir sie in den letzten Monaten vor allem als Folge der Corona-Pandemie erlebt haben, ist jedoch ein anderer: Digitale Technologien ermöglichen es, Kulturschätze zeit- und ortsunabhängig sichtbar zu machen. Öffnungszeiten und räumliche Begrenzungen, die eine physische Präsentation von oder die Zugänglichkeit zu Kulturgütern einschränken, treten dann in den Hintergrund. So können Kulturangebote jederzeit und überall rezipiert, weitergenutzt und -entwickelt werden.

Um diesen Entwicklungen Rechnung zu tragen und die Kultureinrichtungen in Westfalen-Lippe auf ihrem Weg in die Digitalisierung zu unterstützen, setzt das „Digitalteam“ auf die Expertise zweier etablierter LWL-Kulturdienste: des LWL-Museumsamtes und des LWL-Medienzentrums. Im Museumsamt wird mit dem Angebot das Repertoire der bereits bestehenden Beratungsleistungen um das Thema der Digitalisierung erweitert, im Medienzentrum schließt das Projekt direkt an den im Sommer 2020 ausgelaufenen Vorgänger „Kultur bewegt“ an.

Manfred Hartmann (LWL-Museumsamt, Fachberater für Dokumentation) und Manon Krause (LWL-Museumsamt, Fachberaterin für digitale Kommunikation) überprüfen Informationen im Rahmen der Datenbankerfassung. – Frank Springer © LWL

Was kommt?
In den nächsten fünf Jahren werden projekthafte und dauerhafte Strukturen miteinander kombiniert und bausteinartig Ziele, Projektschritte, Ablauf und Erfolgskriterien definiert, die die Museen in Westfalen unter beratender Anleitung des LWL-Museumsamtes auf die Möglichkeiten einer ganzheitlichen Online-Strategie vorbereiten. Parallel dazu sollen unter Federführung des LWL-Medienzentrums und aufbauend auf das Projekt „Kultur bewegt“ auch im Bereich des Einsatzes neuer Technologien in Ausstellungen innovative und interaktive Ansätze entwickelt und evaluiert werden. In enger Zusammenarbeit mit der Medienproduktion des LWL-Medienzentrums wird ein besonderer Schwerpunkt in der Erarbeitung und Erprobung von audiovisuellen Formaten liegen, mit denen sich museale Themen zielgruppengerecht v.a. an junge Zielgruppen in und außerhalb der Schule vermitteln lassen. Im weiteren Verlauf sollen Informationspakete, Handreichungen (als Living-Documents) und Musterlösungen entwickelt und publiziert werden, die von den westfälischen Museen eigenständig genutzt werden können.

Was bleibt?
Als praxisorientiertes Veranstaltungsformat wurde im Rahmen des Projekts „Kultur bewegt“ 2019 der sogenannte „Kulturbrunch“ initiiert. Mit der Veranstaltung, die auch weiterhin jährlich stattfinden wird*, ist die Absicht verbunden, regionale Kulturakteur:innen in regelmäßigen Abständen zusammenzubringen und über digitale Themen in den Diskurs treten zu lassen. Priorität hat dabei der Vernetzungsgedanke. Das Format zielt darauf ab, gute Beispiele regionaler Kulturvermittlung sichtbar zu machen und aus den Erfahrungen anderer Projekte zu lernen. Daneben werden im Rahmen des Kulturbrunchs Expert:innen zu relevanten Themen rund um digitale Angebote im Bereich Kultur befragt. Zusätzlich bietet der Kulturbrunch ein Experimentierfeld für unkonventionelle Veranstaltungsformate und -methoden.

*KULTURBRUNCH 2021: Aufgrund der Corona-Pandemie und den damit einhergehenden andauernden Beschränkungen wird der Kulturbrunch 2021 nicht wie gewohnt als Präsenzveranstaltung, sondern in reduzierter Form als „Kultursnack“ über diesen Blog stattfinden. Was genau das bedeutet und welche spannenden Themen Sie in diesem Jahr erwarten, erfahren Sie in Kürze hier oder auf der Homepage des LWL-Medienzentrums .

Auch der Blog „Kultur bewegt“ bleibt als Teil des neuen Verbundprojektes bestehen. Als Handbuch, Good-Practice-Datenbank zur Verknüpfung von Theorie und Praxis und Informationskanal wird hier weiterhin über aktuelle Entwicklungen und Diskurse aus dem Bereich der digitalen Kulturvermittlung informieren. Der Fokus liegt dabei auf der Region Westfalen-Lippe, deren vielschichtige Kulturlandschaft mit ihren zahlreichen ambitionierten Projekten auf diesem Weg mehr Bedeutung/Relevanz verliehen werden soll.

Ausblick
Nachdem die erste Phase des Verbundprojektes (Sondierung und Auswertung des Digitalisierungsstandes der regionalen Museumslandschaft) erfolgreich angelaufen ist, werden aktuell Kriterien entwickelt, auf Grundlage derer die künftigen Pilotmuseen ermittelt werden können. Voraussichtlich ab Frühsommer 2021 startet dann die Auswahl der Einrichtungen und die konkrete Umsetzungsphase in und mit diesen. Wenn Sie Interesse daran haben, im Rahmen des Projektes als Piloteinrichtung an der digitalen Vermittlung/digitale Kommunikation in Ihrem Haus zu arbeiten oder zu eben jenen Themen Beratung benötigen, melden Sie sich weiterhin gerne bei den Mitarbeiter:innen des Digitalteams:
 

Im LWL-Museumsamt

Alexander Muszeika, Referent für digitale Vermittlung/Projektleitung (alexander.muszeika@lwl.org)

Manon Krause, Fachberaterin für digitale Kommunikation (manon.krause@lwl.org)


Im LWL-Medienzentrum

Laura-Marie Iven, Referentin für digitale Medienproduktion (laura-marie.iven@lwl.org)

 

Kategorien: Feature · Das Projekt · Innovative Kulturvermittlung

Schlagworte: Museumsamt · Medienzentrum · Verbundprojekt · Innovative Kulturvermittlung · Digitalisierung · westfälische Museen